Schwarze Schafe in der Elektrik?

Woher wissen Sie, dass ein Elektriker überhaupt eine Zulassung hat? Darf ein Elektromeister alles?

Schwarze Schafe Elektrik

Dass das Arbeiten an elektrischen Anlagen für nicht autorisierte Personen tödlich enden kann, ist vielen bewusst. Aber wussten Sie auch, dass neben der Firma Sie als Auftraggeber sich ebenfalls strafbar machen? Dies kann schnell passieren, z. B. wenn Sie eine Firma für die Installation einer Wallbox für Ihr Elektroauto beauftragen und die ausführende Firma keine Zulassung besitzt. Oder aber auch für eine Sanierung Ihrer Elektroinstallation im Altbau etc. Denn bekanntlich schützt Unwissenheit nicht vor einer Straftat. Wussten Sie zudem, dass im Falle von Brandschäden, z. B. durch einen Kabelbrand, Ihre Wohngebäudeversicherung die Abnahme Ihrer elektrischen Anlage einsehen möchte? Hierbei ist schnell ersichtlich, ob es sich um eine Fachfirma handelt, um Schwarze Schafe oder sogar keine Abnahme existiert.

Aber fangen wir mal ganz vorne an. Man könnte meinen, eine Person, die eine Ausbildung als "Elektriker" absolviert hat bzw. wie es heutzutage korrekterweise heißt „Elektroniker/in für Energie- und Gebäudetechnik“, darf alle Arbeiten der Elektrotechnik ausführen. Klares Nein!

Eine Privatperson darf an keiner elektrischen Anlage arbeiten, die in Verbindung mit dem Hausnetz eines Energieversorger steht. Nicht mal das Anschließen von Lampen ist zulässig. Dabei ist es irrelevant, ob es sich um einen Laien handelt oder die Privatperson eine Professur in der Elektrotechnik besitzt.

Also halten wir schonmal fest, dass eine Installation nur durch eine eingetragene und zugelassene Firma vorgenommen werden darf. Die Frage ist, wie erhält eine Firma die Zulassung und wie können Sie als Kunde dies überprüfen? Eine Zulassung / Konzession erhält eine Firma bei Erfüllung folgender Kriterien:

1. Die verantwortliche Person muss eine Qualifikation als Elektromeister/in oder Elektroingenieur/in erfolgreich abgeschlossen haben.

2. Die Person muss zudem eine Qualifikation vom Bundesinstallateurausschuss erlangen. Den sogenannten Sachkundenachweis für den Anschluss elektrischer Anlagen an das Niederspannungsnetz. Es klingt jetzt etwas verwirrend, aber eine Person kann auch den Meistertitel erlangen, ohne die Prüfungen für den Sachkundenachweis bestanden zu haben. Ein/e Elektromeister/in ohne den Sachkundenachweis darf ebenfalls keine Veränderungen an einer elektrischen Anlage vornehmen und besitzt somit auch keine gültige „Konzession“. Aber dazu mehr in Punkt 4.

3. Nachweis einer Eintragung in der Handwerkskammer in der zulassungspflichtigen Handwerksrolle „Elektrotechnik“ nach § 1 Abs. 1 HwO.

4. Und zu guter Letzt braucht man eine Konzession. Diese erhält man mit einer Eintragung im Bundesinstallateuerverzeichnis beim Energieversorger bei Vorweisung der o.g. Qualifikationen. Zusätzlich müssen alle notwendigen Messgeräte und Werkzeuge nachgewiesen werden, die ein Fachmann benötigt, um elektrische Anlagen zu errichten und diese im Anschluss auch prüfen und abnehmen zu können (gemäß DIN VDE 0100-600 / DIN VDE 0105-0100 oder dem sogenannten E-Check).

Nun ist die Frage, wie können Sie vor Beauftragung feststellen, dass eine Firma, die sich als „Elektrofirma“ bezeichnet, auch tatsächlich alle o.g. Voraussetzungen erfüllt?


Nehmen wir als Beispiel die Firma PakaInvest GmbH und wie Sie vorgehen können, um festzustellen ob es sich um eine Fachfirma handelt:

1. Eintragung in der Handwerkskammer.
Über die Handwerkskammer und der Handwerkersuche können Sie eigenständig verifizieren, ob eine Firma in der Handwerkskammer existiert und zudem in der Handwerksrolle "Elektrotechnik" eingetragen ist. Hier können auch Personen oder Betriebe stehen, die einen Abschluss als Elektromeister haben, aber keine gültige Konzession besitzen. Daher ist der Punkt 2 unbedingt wichtig. Über den folgenden Link sehen Sie, wie eine Eintragung auszusehen hat. Handwerkersuche Handwerkskammer Köln“

2. Konzession beim Energieversorger.
Dieser Schritt ist im Endeffekt identisch wie Schritt 1. D.h. Sie schauen bei Ihrem örtlichen Energieversorger im Installateurverzeichnis nach, ob die Firma dort eingetragen ist. Die Firma PakaInvest GmbH hat Ihre Konzession bei der Firma Westnetz. Eine erfolgreiche Suche würde wie folgt aussehen: Westnetz Installateursuche

3. Mitgliedschaft Elektroinnung / E-Marken Betrieb.
Ein weiteres Qualitätssiegel ist die Mitgliedschaft bei der Elektroinnung. Dies zeigt, ob eine Firma auch dem Wandel der Elektrotechnik gerecht ist, heißt durch stetige Schulungen, Seminaren, Weiterbildungen und aber auch durch eine Vernetzung mit Fachplanern, Herstellern und Co. Auch hier gestaltet sich die Suche ähnlich komfortabel wie in den vorherigen Schritten und sollte wie folgt aussehen: Elektroinnung Fachbetriebsuche

Kommen wir zum Fazit.

Schwarze Schafe von Elektrikern/innen gibt es leider zu viele. Die meisten haben noch nicht mal eine Ausbildung als Elektriker/in. Viele solcher Schafe gründen eine Firma als „Kabelverleger im Hochbau" und lassen sich bei der Handwerkskammer eintragen, da dieses Gewerk zulassungsfrei ist. Allerdings dürfen hier keinerlei Anschlussarbeiten vorgenommen werden. Diese Unwissenheit wird gerne genutzt, um Kunden zu täuschen.

Lassen Sie sich bitte nicht täuschen und investieren Sie lieber 5 Minuten Ihrer Zeit, um sicherzugehen, dass es sich bei der Firma auch um Fachleute handelt. Wir erleben zudem sehr häufig eine große Verwirrung bei Kunden, die verschiedene Angebote erhalten, mit komplett unterschiedlichen Preisen. Als Laie ist es nicht direkt ersichtlich, dass das vermeintlich günstigere Angebot im schlimmsten Fall tödlich enden kann und zudem einen großen finanziellen Schaden verursacht.

Wir legen großen Wert, Sie ehrlich zu beraten und unsere Arbeit sorgfältig auszuführen. Rufen Sie uns gerne an, wir freuen uns auf Sie.

Artikel teilen